Die Hermes Villa
im Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten wurde als "Auhof" bereits 1270 urkundlich erwähnt. Das alte Jagdgebiet umfasste früher einen viel größeren Bereich des Wienerwalds als wir ihn heute kennen. Schon die ersten Habsburger genossen hier ihr Jagdvergnügen. Das Jagdgebiet wurde mit Planken umschlossen, damit das eingeschlossene Wild immer für eine Jagd zur Verfügung stand. Die Umfriedung reichte vom Kahlenbergerdorf bis nach Lainz. Eine feste 24 Kilometer lange Mauer wurde unter Kaiser Joseph II. gebaut. Heute ist der Lainzer Tiergarten ein Naturschutzgebiet.
Hohenauer Teich
Das Naturparadies erreicht man, wenn man den Lainzer Tiergarten durch das Lainzer Tor betritt. Der zwei Hektar große Teich liegt gegenüber von einem Gehege von Mufflons und Rotwild. Kaiserin Elisabeth pflegte in diesem Gewässer in der Nacht oder am frühen Morgen ein Bad zu nehmen. Auch heute noch hat der See Badewasserqualität. Gespeist wird der Hohenauer Teich durch den Lainzer Bach, der bei einem Spaziergang immer wieder überquert wird.
Hermes Villa
Die Idee, die "Villa Waldruh" für seine geliebte und zugleich sehr reisefreudige Frau Elisabeth zu bauen, entstand im Sommer 1881. Kaiser Franz Joseph hoffte, dass er dadurch seine Frau öfter in Wien bei sich hätte.
Nach der vierjährigen Bauzeit, von 1882 bis 1886, war die Villa, nach den Plänen des Architekten Karl Freiherr von Hasenauer, endlich fertig.
Spontan entschloss sich die Kaiserin, der Villa den Namen "Villa Hermes" zu geben. Den neuen Namen verdankt das Schloss der Statue des Götterboten Hermes, gestaltet vom Berliner Bildhauer, Ernst Hertner.
Das Kaiserpaar verbrachte ab 1887 regelmäßig im Frühjahr einige Zeit in der Landvilla im Stil der französischen und italienischen Renaissance. Im Inneren befinden sich unter anderem Gemälde von Hans Markart, der auch das Schlafzimmer mit Bildern der Figuren von Oberon und Titania, nach dem Sommernachtstraum von Shakespeare, gestaltete, Gustav Klimt und Viktor Tilgner.
Der Hof ist liebevoll mit wunderschönen Rosen bewachsen. Es gibt eine Reitschule und malerische Brunnen. Alles hier lädt zum Träumen ein.
Selbst Elisabeth, als kaiserliche Fee, begegnet man hier. Wie so oft verbirgt sie ihr Antlitz hinter einem Fächer.
Im linken Flügel des Hoftraktes waren die Stallungen zu finden. Die originale Stalleinrichtung ist heute noch größtenteils vorhanden. Ab den 1950er Jahren bis ins Jahr 2005 wurden diese Stallungen als Sommerquartier der Spanischen Hofreitschule genutzt.
Die heutige Hermesstraße, die zum Eingang des Lainzer Tiergarten führt, war eine der ersten Straßen in Wien, die im Jahr 1896 eine elektrische Beleuchtung erhielt.
Termine: 03.01.2021, 10.01.2021, 17.01.2021, 24.01.2021
jeweils um 14:00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem Lainzer Tor, Hermesstraße 1130 Wien
Preis/Person: 20,00 €
