DIE SPANISCHE HOFREITSCHULE
Die Spanische Hofreitschule ist die älteste Reitschule und Institution auf der Welt.
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Die Spanische Hofreitschule
Am 20. September 1565 wurde das Reitareal zum ersten Mal öffentlich erwähnt. Am heutigen Josefplatz und seiner Umgebung wurden eine offene Reit- und Turnierbahn erbaut. Ein damaliger Betrag von 100 Gulden wurde aufgebracht. Die, ursprünglich für Ferdinand I. angedachte, Residenz wurde 1565 für die Stallburg umgeändert. Der Grundstein war gelegt. Zunächst waren die Stallungen gebaut worden um die Leibpferde der Habsburger unter zu bringen. Erzherzog Karl II. von Innerösterreich gründete das Hofgestüt und bestückte es mit importierten Pferden aus Spanien. In den folgenden Jahrhunderten züchteten die Habsburger Kaiser hier aus diesen spanischstämmigen Pferden eine Rasse, die den Anforderungen der klassischen Reitkunst ideal entsprach. Die besten Pferde wurden für den Wiener Hof ausgewählt.
Die Spanische Hofreitschule feierte ihr 450-Jahr-Jubiläum mit spektakulären Aktivitäten. Absoluter Höhepunkt war eine Gala am Heldenplatz vor der Präsidentschaftskanzlei gekrönt mit der anschließenden 6. Fête Impériale.
Die klassische Reitkunst der Spanischen Hofreitschule wurde in die UNESCO-Liste als immaterielles Kulturerbe der Menschheit aufgenommen. Nach wie vor werden an der Spanischen Hofreitschule nur Lipizzaner Hengste ausgebildet. Versuche andere Rassen zu integrieren scheiterten vehement. Neben Schimmeln werden auch parallel immer ein oder zwei Braune Pferde ausgebildet, die sogenannten Glücksbringer. Die Pferdeausbildung wird in 3 Stufen unterteilt. Die "Remotenschule", "Campagneschule" und die "Hohe Schule". Die Remontenschule beginnt im Alter von vier Jahren, wenn die Hengste nach Wien an die Hofreitschule kommen. In der nächsten Stufe werden sie Reitern zugeteilt und das Tempo des Trainings wird ausschließlich vom Tier bestimmt. Dann werden die verschiedenen Bewegungen in den unterschiedlichen Gangarten einstudiert. In der letzten Ausbildungsstufe beginnt der Reiter sein Pferd zu perfektionieren.
Es gibt verschieden Vorführungen die besucht werden können. Die tägliche "Morgenarbeit", das Training 10:00 bis 12:00 Uhr, ist erst seit dem Fall der Monarchie öffentlich zugänglich. Zusätzlich gibt es verschiedensten Vorstellungen wie zum Beispiel das "Pas de deux" wo zwei Hengste mit einander "tanzen" zu klassischer Musik. Darüber hinaus ist die Schulquadrille: "Das Ballett der weißen Hengste" mit 20Minuten dielängste und schwerste Quadrille der Welt.
"Das einzige Ziel der klassischen Reitkunst ist das Pferd schöner zu machen, und es so lange wie möglich gesund zu erhalten."
