6. DEZEMBER


Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus
Die späthistorische Kirche ist nur fünf Minuten von unserem Büro entfernt. Sie steht im Garten der russischen Botschaft und ist Sitz der russisch-orthodoxen Gemeinde in Wien. Erbaut wurde die sie zwischen 1893 und 1899. Der Bau wurde finanziert aus privaten Spenden sowie vom Zaren persönlich.
Das Gebäude wurde von Grigorij Iwanowitsch Kotow, einem Spezialisten für historische Kirchenbauten, entworfen. Es handelt sich um einen Fünfkuppelbau nach Vorbildern des 17. Jahrhunderts.
Die Oberkirche ist dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Die Weihe wurde im April 1899 vorgenommen. Die Kathedrale kann stolze zehn Glocken vorweisen. Die letzte ist ein Geschenk der Roten Armee und wurde aus deutschen Kanonen gegossen.
Der Patron der Unterkirche ist der heilige Großfürst Alexander Newski.
Zwischen 1914 und 1945 hatte die Kathedrale praktisch keine Funktion als Kirche. Sie wird erst wieder seit Ende des Zweiten Weltkriegs, nach 31 Jahren Schließzeit, wieder als Kirche verwendet. Eine umfassende Renovierung wurde erst im Jahr 2008 abgeschlossen. Der Innenraum des Gotteshauses ist mit Wandmalereien im byzantinischen Stil ausgestaltet.
Im Besitz der russisch-orthodoxen Kirche befinden sich auch zahlreiche Reliquien, zum Beispiel von Nikolaus, Alexander Newski und heiligen Mönchen. Es gibt sogar eine Kreuzreliquie in der Sakristei zu bewundern.
Nikolaus von Myra
Nikolaus wurde zwischen 280 und 286 in Patara geboren. Die Überlieferung besagt, dass er mit 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester geweiht wurde. Nach dessen Tod wurde er schließlich Bischof von Myra. Nikolaus wurde während der Christenverfolgung im Jahr 310 inhaftiert und gefoltert. Nikolaus soll auch beim Konzil von Nicäa teilgenommen haben. Leider ist das genaue Todesdatum nicht bestimmbar. Man weiß nur, dass Nikolaus an einem 6. Dezember, zwischen 345 und 351, starb. Als sicher gilt aber, dass er sein gesamtes Vermögen den Bedürftigen und Notleidenden spendete.
Um den heiligen Nikolaus ranken sich zahlreiche Legenden, gemeinsam ist allen das Teilen und Schenken. Der Brauch des Schenkens am Nikolotag geht bis ins Mittelalter zurück.
